Über VNGart
Fischer_Berlin_Silvester am Branenburger Tor
Arno Fischer. Berlin, Silvester am Brandenburger Tor. 31.12.1989.
Anspruch

„Kunst hat die Aufgabe wachzuhalten, was für uns Menschen so von Bedeutung und notwendig ist.“

Dieses Zitat von Michelangelo spiegelt auch das Ansinnen der VNG AG (früher Verbundnetz Gas AG) wider: Für unser Unternehmen, das in der Region Mitteldeutschland tief verwurzelt ist, genießen regionales und soziales Engagement einen hohen Stellenwert. Es gehört zum Selbstverständnis der VNG AG, sich über das eigene unternehmerische Handeln hinaus für wichtige gesellschaftliche Belange einzusetzen und ehrenamtliches Engagement, gemeinnützige Projekte und Initiativen in den Bereichen Bildung, Forschung oder Kultur zu unterstützen. Kunst ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Eckpfeiler: Sie bereichert das Leben, beschreibt Menschen, Lebensumstände, Entwicklungen, Erfolge und Niederlagen. Vor diesem Hintergrund haben sich die Verantwortlichen des Unternehmens seit jeher auch der Kunst und den Künstlern – nicht zuletzt aus der Region Mitteldeutschland – verpflichtet gefühlt und diese gefördert. Sie sahen darin eine Möglichkeit, etablierte sowie angehende Künstler zu fördern, und gleichzeitig zur Attraktivität der Region beizutragen. Was mit dem Erwerb einzelner Werke begann, mündete schließlich in einem beachtlichen Repertoire bestehend aus Malereien, Fotografien oder Grafiken renommierter Künstler, die weit über die Region Mitteldeutschland hinaus Bekanntheit genießen. Mittlerweile gehört die Sammlung von VNGart fest zur Unternehmensphilosophie der VNG und spiegelt nicht zuletzt den gesellschaftlichen Wandel seit 1989 wider.

Profil

Schon frühzeitig bildeten sich zwei Sammlungsschwerpunkte heraus: Zeitgenössische Malereien und Grafiken sowie Fotografien. Die Fotografiesammlung, die sich im Wesentlichen mit der Veränderung der Architektur, Orte und Landschaften Ostdeutschlands nach der Wende sowie persönlichen Momenten im Jahr 1989 beschäftigt, spiegelt den gesellschaftlichen Wandel der ehemaligen DDR zwischen 1990 und heute wider. Dabei dient die äußere Realität der Fotografien als eindrücklicher Ausdruck auch eines gesellschaftlichen Umbruchs. Die Bilder, im Augenblick der Aufnahme bereits Geschichte, werden zu Orten der Erinnerung, zu Monumenten flüchtiger Wirklichkeiten.

Die Sammlung der zeitgenössischen Malereien und Grafiken ist in Zusammenarbeit mit der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) entstanden und weist heute einen beeindruckenden Bestand zeitgenössischer, Leipziger Kunst vor. Wesentliche Unterstützung erhielt das Unternehmen dabei von der damaligen Galeristin und Dozentin Christine Rink, Ehefrau von Arno Rink († 2017), der einer der bedeutendsten Lehrerpersönlichkeiten der Leipziger Künstlerschule war. Seine Schüler sind es unter anderem, die die Sammlung zeitgenössischer Leipziger Kunst prägen: Neo Rauch, Rosa Loy oder Tim Eitel, um nur einige zu nennen. Weltweit sind die Arbeiten unter der sogenannten „(Neuen) Leipziger Schule“ bekannt.

Neue
Leipziger Schule

Historisch betrachtet lehnt sich der Begriff an den von Kunstjournalisten in den 1970er-Jahren geprägten Begriff der „Leipziger Schule“ an. So wurden an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) lehrende Maler bezeichnet, die ab den 1960er Jahren das formal und inhaltlich enge Korsett des in der DDR propagierten, sozialistischen Realismus schrittweise erweitern konnten. Die Hauptvertreter der Strömung hießen Bernhard Heisig (1925–2011), Wolfgang Mattheuer (1927–2004) und Werner Tübke (1929–2004), allesamt Professoren an der HGB.

Ihre Malerei blieb figurativ, doch entfalteten diese Künstler in Anknüpfung an die klassische Moderne und frühere kunstgeschichtliche Epochen ein stilistisch und thematisch breites Ausdrucksspektrum, das in der damaligen Bundesrepublik als originäre, »DDR-spezifische« Kunst gewürdigt wurde. Die Schüler ebendieser Maler, darunter Sighard Gille und Arno Rink, werden als zweite Generation der „Leipziger Schule“ angesehen.

Anfang der 1990er Jahre entstand die Bezeichnung der „Neuen Leipziger Schule“. Hierzu zählen insbesondere die Schüler der dritten Generation, darunter beispielsweise Neo Rauch, Tom Fabritius, Tilo Baumgärtel, Tim Eitel, Katrin Heichel, Rosa Loy oder auch David Schnell. Die Werke zeichnen sich häufig durch eine Kombination aus figürlichen und abstrakten Elementen aus. In der Leipziger Schule hingegen dominieren klare Botschaften.

Zielsetzung

Gesellschaftliche Verantwortung ist für VNG weit mehr als die erfolgreiche Behauptung in der Energiebranche und die Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze. Mit dem Engagement in der regionalen Kunst trägt die VNG AG zur Entwicklung der Leipziger Kreativwirtschaft bei und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Dokumentation des Transformationsprozesses nach der Deutschen Einheit 1990. Integriert in die Architektur und Ausstattung des Hauptsitzes der VNG im Leipziger Nordosten, bilden diese Werke einen repräsentativen Hintergrund und eine kulturvolle Arbeitsatmosphäre für die Mitarbeiter des Hauses. Somit wird den Mitarbeitern die Möglichkeit geboten, sich im Arbeitsalltag zwanglos mit den kulturellen, sozialen, politischen und ästhetischen Konzepten zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen. Insgesamt zählt die VNGart-Kunstsammlung heute über 1.100 Werke, davon 220 Malereien und Grafiken sowie über 890 Fotografien.