Die Sammlungen
Katrin Brause a.k.a Heichel. Boxenstopp. / Boxer. 2003. (Foto von Eric Kemnitz)

Im Selbstbild großer Unternehmen spielt Kunst eine wichtige Rolle. Die Sammlung selbst, die Art und der Ort der Präsentation repräsentieren ein Unternehmen in der Öffentlichkeit. Die VNG AG engagiert sich seit ihrer Gründung für junge Kunst aus den östlichen Bundesländern. In Sammlungen, Kalendern, Ausstellungen und Büchern verschafft VNG Künstlern ein Forum.

Ziele der beiden Sammlungsschwerpunkte, Malereien und Fotografien, waren und sind es, ein gesellschaftliches Engagement zu etablieren, öffentlichkeitswirksam in Erscheinung zu treten und unternehmenseigene Räume auszustatten. Nicht zuletzt spiegeln die Sammlungen den gesellschaftlichen Wandel der ehemaligen DDR zwischen 1990 und heute wieder.

Malerei & Grafik
Eitel_Fenster_1999

Kurz nach der deutschen Wiedervereinigung begann die VNG AG unter dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus-Ewald Holst Malereien und Grafiken junger ostdeutscher Künstler zu sammeln. Heute kann das Leipziger Unternehmen auf einen beachtlichen Bestand qualitätvoller künstlerischer Arbeiten verweisen. Die sogenannte „Leipziger Schule“, die ihren Ursprung an der Hochschule für Grafik und Bildkunst Leipzig hat, steckte damals noch in den Kinderschuhen und sollte sich erst im Laufe der folgenden Jahre zur Weltmarke entwickeln.

East for the record
Gille_Leipzig_am Gewandhaus

„EAST – Zu Protokoll“ (engl.: „EAST – for the record“) ist eine multiperspektivische Chronik des Herbstes 1989, die zu den wichtigsten zeitgenössischen deutschen Fotokunstsammlungen zählt. Der Fotograf Frank-Heinrich Müller hat Beiträge von insgesamt 75 Autoren ausgewählt, die zwei Bedingungen zu erfüllen hatten: Sie sollten zu einem genau definierten Zeitpunkt zwischen dem 1. August und 31. Dezember 1989 entstanden sein und aus Sicht der Fotografen ein spezifisches Moment ihrer persönlichen Erinnerung bezeichnen. Eine Zeitspanne voller unterschiedlicher Erinnerungen, die sämtlich mit einem Ereignis verknüpft sind: mit der Wende.

Stadt Land Ost
Schütze-Rodemann_Halle-Saale_Blick vom Theater nach SW zu den fünf Türmen_1990

Den Beginn der einzigartigen Fotografiesammlung markierten vier Studenten der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, die in den ostdeutschen Bundesländern unterwegs waren, um mit ihrer Kamera den gesellschaftlichen Wandel nach der Wende zu dokumentieren. Die Ausstellung und das erste Katalogbuch von 1994 erhalten den Titel VOR ORT. In den beiden Folgejahren kamen vier weitere Fotografen dazu und stellten ihre fotografischen Impressionen der Sammlung von VNG zur Verfügung. Die Fortführung der Sammlung wird im Katalogbuch VOR ORT OST dokumentiert. Später ergänzten die Werke von neun weiteren Künstlern die Sammlung, die den Titel STADT LAND OST (engl.: CITY SCAPE EAST) trägt. Kernstück von Ausstellung und Buch sind Bildvergleiche. Alte und neue Aufnahmen desselben Standortes stehen einander gegenüber und umfassen eine Zeitspanne zwischen achtzig und fünf Jahren.